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SPIEGEL ONLINE – 17.
Februar 2004 – Missbrauchs-Skandal – US-Kirche
gesteht 11 000 Fälle (zwischen 1950 und 2002). Wie viele solcher
Fälle von Kindesmissbrauch gab es in Deutschland (über die
gleiche Zeispanne), besonders in Institutionen betrieben von
der Katholischen Kirche von Deutschland mit Sanktion des Staates, der
Länder und der Jugendämter? Und was ist ihr Verhalten zu
diesem Thema – Institutionelle Kindesmisshandlung und –
Kindesmissbrauch – heute?
SPIEGEL
ONLINE - 17. Februar 2004, 10:30
RL:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,286713,00.html
Missbrauchs-Skandal
[in der Katholischen Kirche]
US-Kirche gesteht 11.000 Fälle
Ein von der amerikanischen Bischofskonferenz in Auftrag gegebenes
Gutachten geht davon aus, dass sich fast 4500 US-Priester zwischen
1950 und 2002 an Kindern vergangen haben. Kirchenkritiker zweifeln
die Zahl allerdings als "viel zu niedrig" an.
New
York - Demnach gab es etwa 11.000 Missbrauchsvorwürfe in dem
genannten Zeitraum, bei mehr als der Hälfte habe sich der
Verdacht nach einer Untersuchung erhärtet, heißt es in dem
Gutachten, das die Bischofskonferenz beim John Jay-College in Auftrag
gegeben hatte.
Der Vorsitzende des Netzwerks der
Missbrauchsopfer von Priestern bezeichnete die genannten Zahlen als
"zu niedrig": "Bischöfe haben versucht, diesen
Skandal über Jahre zu vertuschen - warum sollte sich das jetzt
so plötzlich geändert haben?", sagte David Clohessy.
"Es ist wohl klüger davon auszugehen, dass dies nicht die
ganze Wahrheit ist", so Clohessy. Das Netzwerk, das 1989
gegründet wurde, bezeichnet sich selbst als größte
und älteste Organisation, die die Rechte der Opfer vertritt.
Bischof Wilton D. Gregory sagte in einer ersten
Stellungnahme, das Gutachten sei "ein sehr ernüchternder
und wichtiger Meilenstein". Die Bischöfe hätten die
Studie veranlasst, um besser zu verstehen, wie es zu den
Missbrauchsfällen kommen konnte, um ähnliche Verbrechen in
Zukunft verhindern zu können. "Mein Mitgefühl gilt all
jenen, die dies durchlitten haben", sagte Gregory.
Doch
für die katholische Gruppe Voice of the Faithful, die sich als
Reaktion auf den Skandal gegründet hatte, wird eine der
wichtigsten Fragen überhaupt nicht in dem Gutachten
berücksichtigt: "Es zählt die Kinder auf, die
missbraucht wurden, es nennt die Priester, es beziffert die Kosten
für die Kirche - aber es sagt nichts über die Bischöfe,
die Priester wissentlich im Amt gelassen haben, die Kinder
missbrauchten", so Steve Krüger, der Vorsitzende der
Gruppe.
Die knapp 4500 Priester, die in dem Gutachten des
College mit einem Kindesmissbrauch in Verbindung gebracht werden,
repräsentieren etwa vier Prozent der 110.000 Geistlichen, die
zwischen 1950 und 2002 in Diensten der katholischen Kirche in den USA
standen.
Markus Brügge
©
SPIEGEL ONLINE 2004
Enthoben vom Internet @
http://www.eurotheo.net/ms17022004.pdf
[ Erstveröffentlichung auf dieser Webseite:
9. September 2004 ]
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