| Der Betreiber dieser nichtkommerziellen Webseite ist der hoch-engagierte Martin Mitchell in Australien (ein ehemaliges “Heimkind” in kirchlichen Heimen im damaligen West-Deutschland) |
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Cornelia H.* (43) als Kind von einem Priester mißbraucht „Die Kirche zahlte mir Schweigegeld“
Cornelia H.*: „Die Kirche zahlte mir Schweigegeld.“
„Du Drecksau!“ Diese Worte klingen ihr oft in den Ohren. Auch jetzt noch – fast vierzig Jahre später. „Das hat die Nonne mir immer ins Ohr gezischt, wenn ich aus dem Beichtstuhl kam. Danach ließ sie mich zig Rosenkränze beten – als Strafe.“ Dreimal die Woche mußte Cornelia H.* (43) als kleines Mädchen zur Beichte. Das Marienheim in Würzburg. Mit vier Jahren kam Cornelia hierher. „Zwei Jahre später fing es an: Der Priester hob mich während der Beichte auf seinen Schoß, rieb sich an mir. Währenddessen stand die Nonne draußen Schmiere.“ Laut Cornelia hat er sie bei fast jeder Beichte mißbraucht: „Und das acht Jahre lang. Zum Schluß hat er mich sogar vergewaltigt.“ Diese grausamen Erinnerungen – Cornelia H.* hat über Jahre versucht, sie hinter sich zu lassen. Doch die Worte der Nonne und das Bildnis des Priesters tauchten in ihrem Unterbewußtsein immer wieder auf. Dann, 2001, kommt nach einer Therapie das Verdrängte hoch. „Mir fiel alles wieder ein, jedes grausame Detail – nur nicht sein Name.“ Sie wendet sich an die Diözese Würzburg. Gemeinsam versucht man, den Geistlichen zu identifizieren. Ohne Erfolg. Dr. Heinz Geist, stellvertretender Generalvikar: „Es ist möglich, daß alles passiert ist, wie Frau H.* es schildert. Es scheint mir aber ausgeschlossen, daß es jemand von unserer Diözese war.“ Trotzdem: „Es ist geschehen. Und ich werde mein Leben lang mit diesen quälenden Erinnerungen leben müssen“, sagt die heute 43jährige. Was sie möchte, ist eine Opferentschädigung und eine Entschuldigung der Kirche. Dr. Geist: „Wir können uns nicht für etwas entschuldigen, was wir nicht wissen.“ Dessenungeachtet hat die Kirche Cornelia H.* finanziell unterstützt: Sie spendierte ihr eine dreiwöchige Erholungsreise nach Dubai (3500 Euro), kaufte für sie einen Computer inklusive Drucker, und finanziert ihr eine Berufsausbildung [sic]. All diese Leistungen sind in einer Vereinbarung zwischen ihr und der Diözese aufgeführt. Was Cornelia dafür tun muß? In dem Schriftstück heißt es: „Sie erklärt sich bereit, künftig weitere Anschuldigungen gegen die katholische Kirche zu unterlassen [. . .] sei es im privaten Bereich oder öffentlich.“ In Cornelias Augen eindeutig: „Die Kirche zahlte mir Schweigegeld.“ Dr. Geist sieht es anders: „Wir wollen sie lediglich unterstützen – aus karitativen Gründen.“ Für Cornelia H.s* Anwalt Karl Günzel steckt mehr dahinter: „Das ist ein moralisches Schuldeingeständnis der Kirche.“ Fakt
ist: Cornelia hat die Vereinbarung nicht unterschrieben, trotzdem
erhielt sie Leistungen im Wert von 15 000 Euro. „Ich werde
das auch nie unterzeichnen. Nur über meine Leiche . . .“
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FOTO: |
09.10.2004 |
Copyright
2004 Bild.T-Online
Enthoben
vom Internet @
http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2004/10/10/kirche__schweigegeld/kirche__schweigegeld.html
[
Vermerk: * Im Interesse des Missbrauchsopfers, und um sie nicht
erneut hier öffentlich zu identifizieren, wurde ihr Nachname
hier, durch einen Anfangsbuchstaben, vom Betreiber dieser Webseite
hier, ersetzt. ]
[ Erstveröffentlichung auf dieser
Webseite: 9. November 2004 ]
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